"Bei uns bleibt niemand sprachlos!"
Inhalt: Wen behandeln wir? | Was behandeln wir? | Warum behandeln wir?
Der Beruf der Logopädin ist sehr vielseitig, zum einen aufgrund des täglichen Umgangs mit vielen Menschen und zum anderen aufgrund der zahlreichen Fachrichtungen, die der Beruf bietet.
Entgegen der Annahme, es handele sich um einen Beruf, in dem man ausschließlich Kontakt mit jungen Menschen, insbesondere Kindern, hat, umfasst unsere Tätigkeit auch zahlreiche Behandlungsbereiche, die Sprach-, Sprech- oder Stimmschwierigkeiten im Erwachsenenalter betreffen.
Im Laufe der logopädischen Tätigkeit kristallisieren sich häufig Behandlungsschwerpunkte heraus, auf die man sich spezialisieren kann.
Durch regelmäßige Fortbildungen, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Fachliteratur, Supervision und ständigen internen fachlichen Austausch stellen wir sicher, mit unserem Fachwissen stets auf dem neuesten Stand und detailliert informiert zu sein, um unsere Therapien optimal zu gestalten.
In unserer Praxis sind wir spezialisiert auf die Diagnostik und Behandlung folgender Behandlungsfelder:
Weiterführende Informationen sowie Erläuterungen zu einigen Behandlungsfeldern können Sie hier finden.
Die häufig wiederkehrende Infragestellung des gestiegenen Bedarfes an logopädischen Therapien in der heutigen Zeit hat uns veranlasst, Ursachen für diesen Anstieg zu suchen:
Kinder wachsen heute unter völlig anderen Rahmenbedingungen auf. Ihre Gehirne sind ganz anderen, stärkeren und vielfältigeren Umweltreizen ausgesetzt:
Die Medienpräsenz und das allgemeine Konsumangebot ist wesentlich umfangreicher im Vergleich zu früher; das Einsortieren und der gekonnte Umgang mit den zahlreichen Reizen stellt für die heranreifenden Kindergehirne eine schwer zu bewältigende Aufgabe dar (Reizüberflutung / Reizverarbeitung).
Eine völlige Verbannung der neuen Medien und Konsumgüter ist bei aller Kritik nicht mehr zeitgemäß (s. auch Umgang mit neuen Medien).
Wir müssen davon ausgehen, dass kindliche Gehirne heutzutage grundsätzlich mit einer größeren Reizflut konfrontiert werden.
Die Geschwindigkeit des Lebensrhythmus infolge der steigenden Mobilisierung und Technisierung in unserer Gesellschaft hat stark zugenommen. Selbst für den erwachsenen Menschen ist es bisweilen eine große Belastung, bei der steigenden Beschleunigung von Lebensprozessen stets mitzuhalten.
Für Kinder, die sich noch in der Entwicklung befinden und deren Handlungs-, Denk- und Verarbeitungsprozesse demzufolge wesentlich weniger automatisiert und somit langsamer sind, birgt dieses Tempo ein hohes Potential für Störungsanfälligkeiten. Dies erklärt u.a. auch die Zunahme an kindlichen Sprach-, motorischen und Verhaltensauffälligkeiten.
Wir müssen davon ausgehen, dass kindliche Gehirne heutzutage grundsätzlich mit einer schnelleren Abfolge von Reizen konfrontiert werden.
Sprache hat heutzutage einen deutlich höheren Stellenwert in unserer Gesellschaft, insbesondere im Berufsalltag. Gerade in der stark automatisierten Arbeitswelt ist ein angemessenes Kommunikationsverhalten - mündlich wie schriftlich - eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen für ein erfolgreiches Bestehen im Beruf.
Ohne eine adäquate sprachliche Qualifikation werden Kindern von heute Perspektiven für ihren beruflichen wie privaten Lebensweg vorenthalten.
Wir müssen davon ausgehen, dass die beruflichen Chancen eines Menschen heutzutage um so besser sind, je sprachkompetenter er ist.
Es stimmt zwar, dass (fast) jedes Kind irgendwann und irgendwie sprechen gelernt hat, allerdings lassen sich nach neuen Forschungsergebnissen Defizite in der frühkindlichen Sprachentwicklung ("Late Talker") nie mehr vollständig aufholen, wenn bestimmte Phasen der frühkindlichen Spiel-, Kommunikations- und Persönlichkeitsentwicklung abgeschlossen sind.
So zeichnet eine nicht rechtzeitig - sprich: im Kleinkindalter - erkannte und behandelte Sprachentwicklungsstörung einen problematischen Lebensweg für ein Kind vor. Es ist mit emotionalen, sozialen, planungs-pragmatischen und in höchster Konsequenz sogar kognitiven Entwicklungsauffälligkeiten zu rechnen, die den Menschen sein Leben lang begleiten werden, z.B. Entstehung einer Lese-Rechtschreib-Schwäche mit den daraus resultierenden Folgen für die schulische und berufliche Laufbahn oder Verminderung der Aktionsintelligenz infolge schlechten Sprachverständnisses (schon ab 2 Lebensjahren).
Wir müssen davon ausgehen, dass der alte symbolische Satz: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr." heutzutage aktueller ist denn je.
Aus diesen Gründen ist nicht nur eine frühzeitige kompetente Diagnostik von kindlichen Sprachentwicklungsstörungen notwendig und zeitgemäß, sondern auch eine frühe therapeutische Intervention bei Risikokindern und den sog. "Late Talkern", sofern uns die Verhinderung von Spätfolgen am Herzen liegt.